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Stress am Arbeitsplatz – Was hilft wirklich?

Am Arbeitsplatz herrscht oft ein großer Zeitdruck: Deadlines müssen eingehalten, Anrufe zu bestimmten Zeiten erledigt werden und Meetings kommen auch noch dazwischen. Ein klassisches Beispiel für Stress am Arbeitsplatz. Hier ist Multi-Tasking gefragt, um alle geforderten Aufgaben rechtzeitig zu erfüllen. Oft merkt ein Berufstätiger zu spät, dass durch den zunehmenden Druck die Überforderung steigt.

Eine Studie des AOK-Bundesverbandes unterstützt die Annahme, dass Erwerbstätige vor allem zeitlichen Belastungen ausgesetzt sind. Das stressige Arbeitsleben wirkt sich dabei unmittelbar auf das soziale Leben aus und Arbeitsstress verwandelt sich so in Freizeitstress. Das ist nicht nur für einen selbst belastend, sondern auch möglicherweise für die ganze Familie. Die Folgen bei zu hoher Belastung können Burnout, Depressionen oder körperliche Beschwerden wie Tinnitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Deshalb ist es sehr wichtig, die anfänglichen Warnzeichen von negativem Stress ernst zu nehmen und unmittelbar zu handeln. Rücken- und Kopfschmerzen sind also nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: sie können ein Zeichen der körperlichen und seelischen Überforderung sein.

Stress am Arbeitsplatz

Stress am Arbeitsplatz entgegenwirken

Was kann gegen die ersten Anzeichen von Stress getan werden? Auf Platz eins steht für die Befragten der AOK-Studie vor allem Sport und andere Hobbys, wie zum Beispiel Lesen und Freunde treffen. Somit könne nach der Arbeit für einen Ausgleich gesorgt und soziale Kontakte gepflegt werden. Jedoch könnten viele Aktivitäten den empfundenen Zeitstress noch erhöhen. „Auszeiten für sich selber nehmen“ als Stressbewältigungs-Methode befindet sich der Studie zufolge lediglich auf Platz drei mit nur 18% – dabei sind gerade richtige Auszeiten das, was bei Arbeitsstress empfohlen wird. Diese Empfehlung schließt eine Auszeit vom Smartphone ein, da eine ständige Erreichbarkeit zu Rastlosigkeit und folglich zu Stress führt. Gerade wenn es sich um Arbeitsstress handelt, sollte das Smartphone nach Feierabend ausgeschaltet werden – sonst bleiben die Gedanken bei den Kollegen und am Schreibtisch. Getrennte Handys für Arbeit und Privatleben könnten ebenfalls eine Lösung sein.

Auszeit heißt also Ruhe, Entspannung und Achtsamkeit. Denn nach einem stressigen Arbeitstag muss sich nicht nur der Körper, sondern auch die Seele ausruhen, um neue Energie zu tanken. Im Privatleben warten jedoch wieder neue Aufgaben: Familie, Freunde, Hausarbeit und anderen Verpflichtungen müssen nachgegangen werden, die allerdings kostbare Energie beanspruchen. Das heißt, es muss schon vorher für einen ausgeglicheneren Arbeitsalltag gesorgt werden, damit möglichst viel Energie gespart wird.

Bewusste Auszeiten nehmen: Methoden und Übungen

Die Fragen bleiben also: was kann bei Stress am Arbeitsplatz selbst getan werden? Wie können „Auszeiten für sich selber“ bei der Arbeit aussehen? Dazu gibt es verschiedene Methoden und Übungen. Damit der Arbeitsstress gar nicht erst zu einer Belastung wird, eignen sich folgende Methoden:

  1. Pausen machen: Berufstätige glauben oft, dass „Durcharbeiten“ schneller zu Ergebnissen führt, jedoch ist genau das Gegenteil der Fall. Durch Pausen kann sich das Gehirn zwischendurch ausruhen und anschließend effektiver arbeiten. Wichtig für die Arbeit im Büro: Augen schließen oder zumindest die Augen vom Bildschirm abwenden. In den Pausen können außerdem Atemübungen sowie Augen- und Nackenentspannungen gemacht werden.
  2. To-Do-Listen und Zeitpläne erstellen: Arbeiten Sie mit Tages-, Wochen- und Monatsplänen. Dadurch behalten Sie den Überblick der anstehenden Aufgaben. Dabei ist es von Vorteil, die Aufgaben von Anfang an nach Priorität zu ordnen. Das ist sehr hilfreich, da somit nicht alle Aufgaben sofort erledigt werden müssen, sondern nach Priorität abgearbeitet werden können.
  3. Aufgaben verteilen und/oder um Unterstützung bitten: Alles alleine zu schaffen ist eigentlich unmöglich. Oftmals steht der Stolz jedoch im Weg, weshalb nicht um Unterstützung gefragt wird. Jedoch kann die Delegation von Aufgaben die Produktivität steigern und zusätzlich die Team-Work-Kompetenzen verbessern.
  4. „Nein“ sagen: Ein Punkt, der oft vergessen wird ist, dass Aufgaben oder Bitten auch abgelehnt oder auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden können. Das heißt nicht, dass prinzipiell eine „Nein“-Haltung eingenommen werden soll. Ferner sollte in Ruhe abgewogen werden, ob die zusätzliche Aufgabe in das Arbeitspensum passt.

Es kann also ausreichen auf ein paar Punkte im Arbeitsalltag zu achten, um den Stress am Arbeitsplatz zu minimieren. Wichtig ist, auf sich und seinen Körper zu hören, damit mögliche Warnsignale früh erkannt werden und dem Stress entgegengewirkt wird.